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Horst Seehofer: „Erfreuliche Entwicklung?“

In der Bildzeitung dreht der CSU-Vorsitzende eine neue Pirouette im Umgang mit der Schwesterpartei. Seine unfassbare Eitelkeit treibt ihn an, eine immer seltsamere Strategie zu verfolgen. Heute ist Moderates angesagt. Er versteigt sich dazu, Haltungsnoten zu vergeben. Die CDU hätte eine „erfreuliche Entwicklung“ gemacht. Das ist mindestens so kontraproduktiv wie die vorherigen Drohungen.

Es ist Seehofer zu wünschen, dass er sich beim Zurückrudern nicht noch mehr versteuert. Denn sein Problem ist, dass ein Teil seiner krachledernen Anhänger seine Reden ernst nimmt. Und unerfüllbare Hoffnungen in diesen weckt. Er sollte wissen, dass er nicht liefern kann, riskiert er, dass am Ende nur Enttäuschung bei der Klientel steht.

Das Lager zu schwächen ist wenig intelligent. Vor allem dann, wenn es eine inkompatible Konkurrenz von Rechts gibt, ist die Verwirrung der Wählerschaft ein schlimmer Fehler. Die Union ist immer noch die stärkste Kraft. Es wird auch kaum möglich sein, eine Regierung ohne sie zu bilden. Mehrheiten ohne Koalitionspartner sind auch unwahrscheinlich. Also wird es weiterhin Kompromisse geben müssen.

Dies ist auch aus konservativ/bürgerlicher Sicht durchaus verschmerzbar. Die deutsche Linke ist nachhaltig zersplittert und mit sich selbst beschäftigt. Sie hat nicht wirklich die Kraft, einer turmhoch überlegenen Angela Merkel nennenswerte Zugeständnisse abzutrotzen. Und frühere Strahlkraft der Konzepte von Sozialdemokratisch bis Postkommunistisch ist nur noch ein sanftes Glimmen.

Die Union sollte sich die Option erhalten, nach einer Wahl in aller Gelassenheit die Partnerwahl zu betreiben.

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