FAZ:  SPD-Kanzlerkandidatur:

Umfrage: Schulz hätte größere Chance als Gabriel?

Sollte Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD werden, wäre er nach Ansicht einer Mehrheit gefährlicher für Amtsinhaberin Angela Merkel als der SPD-Chef Sigmar Gabriel. Soweit die FAZ.

Es ist wohl hoch modisch geworden, jeden Tag neue Umfragen zur Gefühlswelt der Wähler zu veröffentlichen. Im Hinterkopf sollte man dabei behalten, dass die Institute ihre Tätigkeit verkaufen wollen/müssen. Die Fragestellungen werden dabei immer konstruierter. Die Vermutung, Schulz wäre ein Hoffnungsträger wird durch diese zweifelhafte Demoskopie nicht belegt. Schon gar nicht, dass der Kandidat „gefährlicher“ für Merkel als Gabriel wäre.

Belegt wird nur die Tatsache, dass sehr viele Menschen zu glauben scheinen, dass jedes Personal besser sei, als das, was wir derzeit haben. Dieser Reflex führt zu den spontanen Antworten der Befragten. Die Annahme, daraus resultiere unmittelbar eine Wahlentscheidung, ist nicht plausibel. Die Meldungen könnten aber Trends verstärken, weil die Tendenz besteht, dass Menschen auf den vermeintlich fahrenden Zug aufspringen.

Gabriel trifft der Blitz, ähnlich wie Merkel, weil er seit Jahren die Hauptlast der Verantwortung trägt. Schulz hat derzeit den Vorteil, dass er bisher nur eingeschränkt wahrgenommen wurde. Das würde sich in einem langen Wahlkampf sicher ändern. Man kann sich bei ihm einigermaßen darauf verlassen, dass er viele inhaltsarme Statements abgibt, die den Effekt des neuen Besens schnell verbraucht.

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