Die Welt geht so bald nicht unter…

  1. Nicht wegen Trump oder Brexit, oder Hofer auch nicht wegen der AFD. Aber sicher wird sie dadurch auch nicht besser. Und die Idee, „die da oben“ zu bestrafen, indem man Chaoten wählt, befördert kein sinnvolles Ziel. Vielmehr scheint mir dies eine spezielle Form der Selbstbestrafung. Wofür? Weil es uns, gemessen am Weltmaßstab zu gut geht? Ich persönlich wähle schon seit 40 Jahren immer nur das kleinere Übel. Mehr kann man nicht erhoffen. Weil wir es mit Menschen zu tun haben. Und dieses Spitzenprodukt der Evolution ist nun mal weit davon entfernt, vollkommen zu sein. Es ist völlig irrational zu vermuten, Politiker wären selbstlose Heilige, Verkünder reiner Lehren oder auch nur lupenreine Demokraten. Wenn es solche gäbe, hätte ich Angst vor ihnen. Wir Christen haben es da einfach: Wir wissen: das Paradies wird sich im Hier und Jetzt nicht realisieren lassen. das haben wir den Soziialisten und den Faschisten voraus. Mir geht es als Kleinrentner ganz gut mit Angela Merkel und sogar mit Siegfried Gabriel. Die machen das, was sie drauf haben. Und ganz sicher ist, es könnte auch schlechter werden. Wir verlieren derzeit etwas wichtiges: den Minimalkonsenz der Deutschland so erfolgreich gemacht hat.

Neues von Horsti

Horst Seehofer: „Erfreuliche Entwicklung?“

In der Bildzeitung dreht der CSU-Vorsitzende eine neue Pirouette im Umgang mit der Schwesterpartei. Seine unfassbare Eitelkeit treibt ihn an, eine immer seltsamere Strategie zu verfolgen. Heute ist Moderates angesagt. Er versteigt sich dazu, Haltungsnoten zu vergeben. Die CDU hätte eine „erfreuliche Entwicklung“ gemacht. Das ist mindestens so kontraproduktiv wie die vorherigen Drohungen.

Es ist Seehofer zu wünschen, dass er sich beim Zurückrudern nicht noch mehr versteuert. Denn sein Problem ist, dass ein Teil seiner krachledernen Anhänger seine Reden ernst nimmt. Und unerfüllbare Hoffnungen in diesen weckt. Er sollte wissen, dass er nicht liefern kann, riskiert er, dass am Ende nur Enttäuschung bei der Klientel steht.

Das Lager zu schwächen ist wenig intelligent. Vor allem dann, wenn es eine inkompatible Konkurrenz von Rechts gibt, ist die Verwirrung der Wählerschaft ein schlimmer Fehler. Die Union ist immer noch die stärkste Kraft. Es wird auch kaum möglich sein, eine Regierung ohne sie zu bilden. Mehrheiten ohne Koalitionspartner sind auch unwahrscheinlich. Also wird es weiterhin Kompromisse geben müssen.

Dies ist auch aus konservativ/bürgerlicher Sicht durchaus verschmerzbar. Die deutsche Linke ist nachhaltig zersplittert und mit sich selbst beschäftigt. Sie hat nicht wirklich die Kraft, einer turmhoch überlegenen Angela Merkel nennenswerte Zugeständnisse abzutrotzen. Und frühere Strahlkraft der Konzepte von Sozialdemokratisch bis Postkommunistisch ist nur noch ein sanftes Glimmen.

Die Union sollte sich die Option erhalten, nach einer Wahl in aller Gelassenheit die Partnerwahl zu betreiben.

Seehofer: auf zum letzten Gefecht?

Der bajuwarische Kleinkönig legt noch mal  nach. Er konnte wohl nicht ertragen, dass der Wiederantritt von Merkel ein  gelungener Auftritt war. Souverän, unpretentiös, sachlich und überzeugend. Sein Ego hat ihm erneut verleitet, ein wenig nachzutreten.

Die finstere Drohung an die Geschwister von der CDU, gegebenenfalls nicht in eine Regierungskoalition einzutreten, kann nicht ernst genommen werden. Entsprechend war das verhaltene Presseecho. In der Vergangenheit wäre so etwas ein Aufreger gewesen. Angela Merkel wird es kaum erschrecken.

Wenn man ein solches Szenario zu Ende denkt, kommt man sehr schnell darauf, dass es faktisch undurchführbar ist.  Egal, ob eine Nichtbeteiligung der CSU an einer möglichen Regierungsbeteiligung oder dem Fernbleiben einer Fortsetzung der großen Koalition oder gar die Verhinderung einer Regierungsbildung überhaupt – keine dieser Varianten würde die CSU durchhalten. Abgesehen davon, dass  ohne Kenntnis des Wahlergebnisses durch markige Erklärungen Koalitionsbildung noch schwieriger werdeien. Spanische Verhältnisse? Speziell die bürgerlichen Wähler würden das nicht verstehen.

 FAZ:  SPD-Kanzlerkandidatur:

Umfrage: Schulz hätte größere Chance als Gabriel?

Sollte Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD werden, wäre er nach Ansicht einer Mehrheit gefährlicher für Amtsinhaberin Angela Merkel als der SPD-Chef Sigmar Gabriel. Soweit die FAZ.

Es ist wohl hoch modisch geworden, jeden Tag neue Umfragen zur Gefühlswelt der Wähler zu veröffentlichen. Im Hinterkopf sollte man dabei behalten, dass die Institute ihre Tätigkeit verkaufen wollen/müssen. Die Fragestellungen werden dabei immer konstruierter. Die Vermutung, Schulz wäre ein Hoffnungsträger wird durch diese zweifelhafte Demoskopie nicht belegt. Schon gar nicht, dass der Kandidat „gefährlicher“ für Merkel als Gabriel wäre.

Belegt wird nur die Tatsache, dass sehr viele Menschen zu glauben scheinen, dass jedes Personal besser sei, als das, was wir derzeit haben. Dieser Reflex führt zu den spontanen Antworten der Befragten. Die Annahme, daraus resultiere unmittelbar eine Wahlentscheidung, ist nicht plausibel. Die Meldungen könnten aber Trends verstärken, weil die Tendenz besteht, dass Menschen auf den vermeintlich fahrenden Zug aufspringen.

Gabriel trifft der Blitz, ähnlich wie Merkel, weil er seit Jahren die Hauptlast der Verantwortung trägt. Schulz hat derzeit den Vorteil, dass er bisher nur eingeschränkt wahrgenommen wurde. Das würde sich in einem langen Wahlkampf sicher ändern. Man kann sich bei ihm einigermaßen darauf verlassen, dass er viele inhaltsarme Statements abgibt, die den Effekt des neuen Besens schnell verbraucht.

Angie will weiter machen

Angela Merkel gebührt Dank

dafür, dass sie sich diesem Sch…job noch mal zumuten lässt. Die vielen lauten Klagen in diesem Land haben oft den Inhalt, dass Merkel es versäumt habe, den Himmel auf deutschem Boden zu realisieren. Was ja einige ihrer Vorgänger angeblich geleistet haben sollen. Ich kann mich daran allerdings nicht erinnern. Dem Wunsch nach dem Ende der Merkel-Zeit und den langen Mängellisten fehlen durchsetzbare und vor allem brauchbare Alternativen. Personell und inhaltlich. Die Deutschen lieben ihrer Versorgungsstaat. Und wer sich all zu weit davon e ntfernt wird nicht lange im Amt bleiben. Es ist Realitität, dass es den allermeisten bei uns objektiv recht gut geht. Kein Zufall, dass so viele Menschen aus aller Welt sich eine Zukunft in D vorstellen können.

Reisen erweitert den Horizont. Wer in der Welt unterwegs ist, kann sehr häufig anschaulich erleben, welche man Privilegien hat, wenn man in D leben darf. Mir fällt es schwer, die depressive Stimmung in diesem Land zu begreifen. Unglaublich viele baden geradezu in Zukunftsängsten und leiden schon mal im Voraus. In meinem hohen Alter habe ich schon einige vorhergesagte Weltuntergänge überlebt. Die hochbezahlten Zukunftsforscher vom Club of Rome haben uns 1960 erzählt, das wir schon seit 1990 kein Benzin mehr haben. Eigentlich haben wir auch keine Bäume mehr. Den Jahrtausendwechsel habe ich auch relativ unbeschädigt überlebt. Die Liste ist sicher unvollständig. Natürlich gibt es Risiken. Und es ist sinnvoll sie tunlichst zu vermeiden. Aber an nichts anderes mehr als an kommende Katastrophen zu denken macht nur unglücklich.

Ein israelischer Minister hat neulich die jungen Menschen aufgefordert, im Land zu bleiben. Und speziell das Phänomen angesprochen, dass eine signifikante Menge dort nach Jobs in D sucht. Vor allem in Berlin.

Wie gesagt, ich reise viel und gerne. Aber nur mit dem Wissen, dass ich immer wieder nach Hause kommen kann. Und da  verbinde ich Angela Merkel mit positiven Gedanken

Es wäre verwunderlich

Wenn die SPD mit dem Zocker Schulz in den Wahlkampf geht. Null Charisma, keine wirkliche Botschaft. Mir Sicherheit ein Abstieg nach Müntefering, Steinbrück und Gabriel.. Die Würdelosigkeit mit der er eine scheinbar gute Gelegenheit zu nutzen versucht ist erschreckend. Und das Junktim: Ich werde nur Aussenminister wenn ich auch Kanzlerkandidat werde, ist der vorläufige Tiefpunkt dieser Scharade.Wobei ein Außenminister Schulz auch eine Fehlbesetzung wäre.

Neues von Norbert Röttgen:

Merkel tritt wieder an, so seine Botschaft. Nun ist es kaum vorstellbar, das ausgerechnet Röttgen so etwas aus eigenem Antrieb verkündet. Es ist aber auch nicht zu vermuten, das die Bundeskanzlerin einen Versuchsballon starten lässt. Dass sie das nicht nötig hat, zeigen die Reaktionen auf diese Ankündigung. Banker sagen in so einem Fall, die Nachricht ist schon eingepreist. Offensichtlich erwartet kaum jemand etwas anderes. Als das Stehvermögen dieser außergewöhnlichen Poltikerin. Es wäre allerdings auch kaum vorstellbar, dass Angela Merkel nicht mehr antritt. Sie ist so ziemlich die letzte feste Größe in Europa, vielleicht sogar in der Welt. Und ja, es ist richtig – sie hat die Bundesrepublik verändert. Was einigen, auch im eigenen Lager nicht gefällt. Merkel hat tatsächlich die Rechts/Links-Verortungen zumindest relativiert. Mit der Folge, dass die unvereinigte Linke in Deutschland in Argumentations-schwierigkeiten  geraten ist. Deren Profile sind unscharf geworden.  Allerdings haben auch Unionspolitiker Probleme mit den gewohnt einfachen Lösungsansätzen. Aber Merkel hat wohl erkannt, dass diese alten Strategien nicht mehr funktionieren. Das Gespenst des Kommunismus jagt niemandem mehr einen Schrecken ein. Weil es den gar nicht gibt. Die traurigen Versuche mit diesem Nullkonzept sind erst gescheitert und die Reste verendet. Im Digitalen Zeitalter brauchen wir Lösungen, keine Ideologien.

Vermögenssteuer, der grüne Populismus

Den Grünen gehen die Themen aus. Die  alt gewordene Partei lebt nur noch aus ihrer pseudorevolutionären Vergangenheit. Jetzt soll die Vermögenssteuer Punkte im Wahlkampf bringen. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass die Grünen zur Zeit von Rot/Grün keines dieser Hobby-Themen haben Gesetz werden lassen. In der Koalition mit der SPD reichten die Ministerposten wohl aus.

Das Steuerthema ist eine schlichte Spekulation auf den Neid. Eines der dümmsten Gefühle überhaupt. Wieso sollte es mir besser gehen, wenn es anderen schlechter geht? Eine absurde Vermutung.  Die Reichen und die Super-Reichen brauchen wir. Weil uns „Armen“ die Motivation fehlt, immer weiter für den Erfolg zu arbeiten. die Schon nach der ersten Million hätte ich genug davon und würde mich dem Wohlleben widmen. Wir haben statt dessen im Idealfall was Besseres: Zufriedenkeit. Die Kapitalisten schaffen Arbeit und Innovation. Sozialisten kommen über den Trabbi-Standard nicht hinaus. Sie verwalten den Mangel. Die Marktwirtschaft versucht ihn zu beseitigen. Eindrucksvoll bewiesen von den sozialistischen Kameraden in China.  Und die Reichen geben irgendwann das ganze Geld aus. Davon leben dann Arbeitnehmer bei Ferrari und Porsche, Bauhandwerker, Juweliere, Künstler und all die anderen Lieferanten der Dinge, die niemand wirklich braucht.

Britische Presse vergleicht Theresa May und Angela Merkel

Wenig schmeichelhaft für May

So Merkel seizes the opportunity May missed, to speak (diplomatically) for those not overjoyed by a racist misogynist in the White House.
Übers.: Merkel nutzt im Gegensatz zu May die Gelegenheit, (diplomatisch) für die zu sprechen, die nicht erfreut sind einen rassistischen Frauenfeind im Weißen Haus zu haben
Heather Stewart (Guardian)

Exquisitely conditional words of acknowledgement from Angela Merkel. Compare the cliched verbiage of Theresa May.
Übers.:Ausgezeichnete Worte der Anerkennung unter Vorbehalt von Angela Merkel. Vergleichen Sie dazu das klischeegeladene Geschwätz von Theresa May000
Richard Lloyd Parry (Asienkorrespondent der Times)

Trump: Merkel gets it, May doesn’t
Übers.: Trump: Merkel versteht es, May tut es nicht
Kevin Maguire (Daily Mirror

Merkel only leader sticking up for her values in congratulations to Trump. Hope she survives her election next year.
Übers.: Merkel steht als einziges Staatsoberhaupt in ihren Glückwünschen an Trump für ihre Werte ein. Hoffe, sie übersteht die Wahlen nächstes Jahr
Anshel Pfeffer (Haaretz & The Economist)

Merkel is so brilliant.
Übers: Merkel ist so genial
Ian Dunt (Politics.co.uk)
May and Merkel give their congratulations to Trump. One is stronger
Übers.:  May und Merkel gratulieren Trump. Eine ist stärker.
Chris Giles (Economist)

 

CSU Parteitag

CSU Parteitag: Das Ende eines Rittes über den Chiemsee muss Seehofer jetzt dem Parteitag verkaufen. Der Königinnenmord wäre nur in der laufenden Legislatur möglich gewesen. Dem staunenden Publikum wurde etwas vorgemacht. Wahrscheinlich hat es die CSU-Granden verschreckt, jetzt mit den Träumen von der bundesweiten CSU umgehen zu müssen. Für einen Kanzlerwechsel innerhalb der Wahllperiode gab es und gibt es keine Mehrheiten im Bundestag. Insofern war die ganze Aktion ein Flop. Der nichts gebracht hat außer der Verwirrung des eigenen Lagers. Und von vorn herein zum Scheitern verurteilt war.